Freitag, 14. Mai 2010, 11.00 - 17.30 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Dietzfelbingerplatz 2 (München-Neubiberg)
Ein Thementag des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (dbv) in Kooperation mit dem katholischer Aktionskreis Halle (AKH), der Redaktion der Zeitschrift Publik-Forum, dem Verein Laienverantwortung Regensburg e.V. und dem Verein zur Umwidmung von Kirchensteuern e.V. anlässlich des 2. Ökumenischen Kirchentags am 14. Mai in München.
Die gegenwärtige Rechtsgestalt der Kirche wird von vielen Menschen als beengend empfunden. Die Menschen wünschen sich eine Akzeptanz ihres Christseins in seiner Vielgestaltigkeit. Das kirchliche Leben sollte von unnötigen Strukturzwängen befreit werden. Angestrebt wird eine Kirche mit mehr Basisverankerung, Beteiligungsrechten und Eigenverantwortung.
Der Vatikan hat in einer offiziellen Äußerung aus dem Jahr 2006 zwischen Kirchenaustritt (aus der Kirche als Glaubensgemeinschaft) und Körperschaftsaustritt (aus der Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts) unterschieden. Es ist also nach katholischem Verständnis ein Körperschaftsaustritt, der die Kirchensteuerpflicht beendet, möglich, ohne dass damit ein Verlassen der Kirche als Glaubensgemeinschaft verbunden wäre.
Für eine Öffnung der Kirche ist diese Unterscheidung weiterführend und hilfreich. Sie sollte auch von der evangelischen Kirche übernommen werden. Der Dietrich-Bonhoeffer-Verein (dbv) und der „Aktionskreis Halle“ (AKH) haben mit ihrem „Drei-Säulen-Modell für eine Reform der Kirchenfinanzierung und eine Verbesserung der Gemeinwohlfinanzierung“ ökumenische Perspektiven entwickelt, die sich diesen Denkansatz zu eigen machen.